
Hauptpreis des Schweighofer Prize 2005
Kategorie Forstwirtschaft Innovationspreiss
Kategorie Holztechnologie Innovationspreiss N°1
Kategorie Holztechnologie Innovationspreiss N°2
Kategorie Holzprodukte Innovationspreiss
Kategorie Holzmarketing und-Ausbildung Innovationspreiss N°1
Kategorie Holzmarketing und-Ausbildung Innovationspreiss N°2
 Preisträger
2003

HAUPTPREIS

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Prof. Julius K. Natterer, Univ Prof.
Dr. Alfred Teischinger
Prof. Julius K. Natterer
Prof. Natterer bezeichnet sich selbst als „Diplomierter
Bauingenieur und Konstrukteur, Professor, Forscher und Entwickler“.
Mit seinen Planungsbüros in Deutschland und der Schweiz
und dem Lehrstuhl für Holzkonstruktionen in Lausanne
(der einzige in Europa, der sich ausschließlich mit
Holzkonstruktionen befasste) begründete er im modernen
Holzbau Exzellenzzentren von internationalem Format, in welchen
bereits Generationen von hervorragenden Wissenschaftern, Ingenieuren
und Architekten ausgebildet wurden. Als Direktor des Instituts
für Holzkonstruktionen (IBOIS) an der ETH Lausanne revolutionierte
er die Materialforschung, die Versuchsforschung moderner Verbindungsmittel
und die Methodologie der Konzeption von Holzstrukturen. Nebenbei
begründete er das Internationale Entwicklungs¬zentrum
für Holzkonstruktionen (IEZ) in Niederbayern, wo Spezialisten
auf dem Gebiet des Ingenieurholzbaus öffentlichen Einrichtungen
und privaten Auftraggebern praxisorientierte und technisch-wissenschaftlich
fundierte Ingenieurleistungen im Bereich der Tragwerksplanung,
Konstruktion und Ausführung anbieten.
Die Durchsetzung von herausragenden Ingenieurholzkonstruktionen
durch wegweisende Pilotprojekte, wie beispielsweise das Expodach
in Hannover, war für Prof. Natterer immer eine Herausforderung,
um neue Entwicklungen, Techniken, Detaillösungen und
Konzeptionen unter Beweis zu stellen und allgemein verwendbar
– auch ohne Patentschutz – zu veröffentlichen.
Die kreativen Lösungen der Pilotprojekte lagen immer
in der optimalen Komposition von Tragsystemen und Details,
also einer neuen Konzeption von Ingenieurholztragwerken (von
Einfachtechniken bis zu High-Tech-Konstruktionen).
Weitere Informationen:
http://www.iez-natterer.de

KATEGORIE FORSTWIRTSCHAFT
INNOVATIONSPREIS
Terrestrische Laser Scanner für die Datenerfassung
in der Forstinventur

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Enda Keane, Prof. Dr. Heinrich Spiecker,
Garett Mullooly, DI Dr. Georg Erlacher
Prof. Dr. Heinrich Spiecker:
Prof. Spiecker ist Leiter des Instituts für Waldwachstum
an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, das sich
als erstes Universitätsinstitut weltweit mit der Entwicklung
der terrestrischen Laser Scanning Methode zur Erfassung forstlicher
Inventurparameter auseinandergesetzt hat.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.ffu.uni-freiburg.de/Waldwachstum
oder http://www.natscan.de
Enda Keane:
Enda Keane ist Geschäftsführer der TreeMetrics LTD
in Irland, einem Unternehmen, das sich mit der Entwicklung
von forstlichen Vermessungsmethoden auf Basis des terrestrischen
Laser Scannings beschäftigt. Enda Keane und sein Geschäftspartner
Garret Mullooly sind 2005 eine strategische Partnerschaft
mit dem Institut für Waldwachstum an der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg eingegangen, um die Umsetzung und Markteinführung
der innovativen Vermessungsmethode optimal voranzutreiben.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.treemetrics.com
Das Projekt:
Terrestrische Laser Scanner bieten das Potential, wesentlich
mehr Aussagen über Qualität und Wert der Einzelstämme
in einem Forst treffen zu können, als es derzeit mit
herkömmlichen Inventurmethoden auch nur annähernd
möglich ist.
Die innovative Technologie erlaubt es, eine sehr große
Anzahl von Daten aufzunehmen, zu speichern und mit entsprechender
Software verarbeiten und analysieren zu können. Dreidimensionale
Bilder von Einzelbäumen werden vor Ort aufgenommen und
können anschließend virtuell in jeder Umgebung
weiterbearbeitet, analysiert und interpretiert werden.
Die gewonnenen Daten und deren Informationsgehalt werden einen
weit reichenden positiven Einfluss auf die Forstinventur,
die Waldbewertung, die Supply Chain Analyse und die Optimierung
und Simulation von Durchforstungs- und Holzerntemaßnahmen
haben.

KATEGORIE HOLZTECHNOLOGIE
INNOVATIONSPREIS N°1
Wood Welding – Verkleben von Holz ohne Klebstoffe
mittels „Verschweißen“

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Dr. Luc Delmotte, Dr. Frédéric
Pichelin, DI Mario Lehmann, Prof. Dr. Antonio Pizzi, DI Haruhiko
François Kanazawa, Dr. Stefanie Wieland, Dr. Jean-Michel
Leban, Dr. Milena Properzi, Prof. Dr. Balz Gfeller, Bo Borgström
Prof. Antonio Pizzi , Prof. Balz Gfeller und Team:
Prof. Pizzi ist sowohl Professor für Industrielle Chemie
an der Universität Nancy (Frankreich) als auch der stellvertretende
Leiter des LERMAB (Laboratoire d’Etudes et Recherche
sur le Materiau Bois), ebenso an der Universität Nancy.
Prof. Galz Gfeller ist Professor für Materialwissenschaften
und Verarbeitungstechnologie an der Berner Fachhochschule
– Hochschule für Architektur, Bau und Holz in Biel
(Schweiz).
Beide Professoren sind maßgeblich für die Entwicklung
der Technologie des „Holzschweißens“ verantwortlich.
Sie führen an ihren Instituten jeweils ein junges Team,
mit welchem sie auch gemeinsam für den Preis eingereicht
haben. Die Mitglieder der preisgekrönten Teams sind:
Dr. Luc Delmotte
Dr. Haruhiko Francois Kanazawa
Dr. Jean-.Michel Leban
Mario Lehmann
Dr. Frederic Pichelin
Dr. Milena Properzi
Dr Stephanie Wienland
Dr. Michaela Zanetti
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.hsb.bfh.ch/hsb/de/holz/portrait/Organisation_Holz.htm
oder http://www.enstib.uhp-nancy.fr/fr/recherche
Das Projekt:
Die eingereichte Arbeit wurde sowohl an der Berner Fachhochschule
und am LERMAB an der Universität Nancy durchgeführt.
Jeweils eine Forschungsstätte hat eine der beiden vorgestellten
„Verschweißungs“-Methoden entwickelt.
Das Vibrationsschweißen dient zur Verbindung von zwei
flachen Holzoberflächen. Die Hochgeschwindigkeits-Rotationsmethode
ermöglicht das Verschweißen von Holzstäben
in einen Holzuntergrund. Dafür ist nur ein sehr alltägliches,
günstiges Equipment notwendig.
Beide Systeme basieren auf dem Effekt, dass die amorphen,
zellverbindenden Polymere (in erster Linie Lignin, aber auch
Hemicellulosen) bei hohen Temperaturen schmelzen und fließfähig
werden. 180° C für maximal 3 Sekunden an den Oberflächen
(und nur dort, 1 mm daneben hat es 20° C) genügen,
um die Holzzellen-Verbindung kurzfristig zu lösen. Anschließend
vernetzen und verfestigen sich die Fasern neuerlich in einer
Matrix aus geschmolzenem Lignin.
Beide Systeme können dazu beitragen, in Zukunft auf Klebstoffe
(Leime) großflächig zu verzichten und die Holzindustrie
von der Chemischen Industrie unabhängig zu machen. Die
Verschweißung von Holz stellt die umweltfreundlichste
Klebeverbindung dar, da sie ihrerseits nur aus Holz besteht.

KATEGORIE HOLZTECHNOLOGIE
INNOVATIONSPREIS N°2
Virtual Hot Press – eine computergestützte
Simulationsplattform für Holzwerkstoffprozesse

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Dr. Heiko Thömen, Josef Rettenmeier
Dr. Heiko Thömen:
Dr. Heiko Thömen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in
der Abteilung Holztechnologie an der Universität Hamburg.
Innerhalb der Abteilung leitet er die Arbeitsgruppe Holzwerkstoffe.
Das Projekt:
Am Zentrum für Holzwirtschaft an der Universität
Hamburg wurde in enger Zusammenarbeit
mit dem Department of Wood Science and Engineering der Oregon
State University ein physikalisch-mathematisches Modell zur
Beschreibung von Heißpressvorgängen von Holzwerkstoffmatten
entwickelt und zu einem anwenderorientierten Softwarepaket
ausgebaut. Die Software ist seit 2003 als marktfähiges
Produkt unter dem Namen Virtual Hot Press (VHP) verfügbar.
VHP ist eine Software zur Simulation und Visualisierung wesentlicher
Verfahrens- und Produktparameter bei der Heißpressung
von Faserplatten (MDF), Spanplatten und Oriented Strand Boards
(OSB). Unter anderem werden die für die Optimierung der
Produktionsgeschwindigkeit wichtigen Temperaturbedingungen
innerhalb der Holzwerkstoffmatte, das für die mechanischen
Platteneigenschaften maßgebliche Dichteprofil senkrecht
zur Plattenebene und die Entwicklung der Querzugfestigkeit
vorhergesagt.
Durch die Simulationsplattform wird der Europäischen
Holzwerkstoffindustrie ein Instrument zur Verfügung gestellt,
das den Einsatz von kosten- und zeitintensiven Trial and Error-Verfahren
reduziert und eine Fehlentwicklung frühzeitig erkennt.
Damit kann eine wesentliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
erreicht werden.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.bfafh.de/bfh-pers/thoemen.htm

KATEGORIE HOLZPRODUKTE
INNOVATIONSPREIS
Entwicklung und Produktion von vakuumverleimten Massivholzgroßflächenelementen
(Dickholz)

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, DI FH Karl Moser, Dr. Manfred Brandstätter
Dipl. Ing. FH Karl Moser:
Dipl. Ing. Karl Moser ist geschäftsführender Gesellschafter
der Merk-Project GmbH, einem Ingenieurholzbau-Unternehmen,
welches zur Finnforest-Gruppe Deutschland gehört. Karl
Moser ist darüber hinaus Präsident der deutschen
Gesellschaft für Holzforschung und Vorstandsmitglied
der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsgemeinschaften.
Das Projekt:
Karl Moser setzte neue Maßstäbe beim konstruktiven
Bauen mit Holz mit der erstmaligen und umfassenden Entwicklung
sowie konsequenten Weiterverfolgung der Idee „Vom Stab
zur Fläche“. Bei den von ihm entwickelten multifunktional
verwendbaren, holzbasierten Größtflächenmassivbauteilen,
unter dem Namen „Dickholz“, heute „LENO®“,
am Markt eingeführt und firmenneutral auch Brettsperrholz
genannt, wird einfache Brettware über Kreuz verleimt.
In Sonderfällen können die Elemente aus beliebigen
anderen plattenförmigen Grundmaterialien auch in Kombination
miteinander hergestellt werden.
Die Verleimung der ebenen oder gekrümmten Plattenelemente
(derzeitig größtes Format
ca. 0.40 x 4.80 x 25.00 m) geschieht unter Verwendung einer
speziell für diesen Zweck entwickelten Vakuumtechnik.
Durch die individuelle Wahl der Brettrichtungen, der Lagenanzahl
je Plattenrichtung, der unterschiedlichen Materialfestigkeiten
und Oberflächenqualitäten kann bei der Herstellung
problemlos auf individuell geforderte Bauteilansprüche
eingegangen werden.
Der bei der Herstellung (Verleimung und Fertigung) entstehende
Vergütungseffekt ermöglicht den Einsatz von weniger
hochwertigem Brettgrundmaterial. Hieraus resultieren sowohl
Wertsteigerungspotentiale beim forstlichen Rundholzverkauf
wie auch bessere Ausnutzungsgrade im Sägewerk und bei
der Weiterverarbeitung.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.merk.de

KATEGORIE HOLZMARKETING
UND -AUSBILDUNG
INNOVATIONSPREIS N°1
European Wood – Europäische Gemeinschaftsinitiative,
um Holzbau in China zu fördern

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Jan Söderlind, Bo Borgström
European Wood:
European Wood ist ein Kooperationsprojekt, welches 2004 gestartet
und auf einige Jahre Laufzeit konzipiert wurde. Es besteht
ein Abkommen zwischen den nationalen Holzmarketing-Agenturen
French Timber, Deutscher Holzabsatzfonds, Nordic Timber Council
(welches Finnland, Norwegen und Schweden präsentiert)
und ProHolz Austria. Das Ziel der Zusammenarbeit ist die Förderung
der vermehrten Holzverwendung in China.
Das Projekt:
European Wood baut auf den Erfahrungen der erfolgreichen Arbeit
der Europäischen Holzmarketing-Agenturen in Japan auf.
Um den Europäischen Holzmarkt zu entlasten, strebt man
einen wesentlich erhöhten Exportanteil nach China an.
China ist von größtem Interesse für den Europäischen
Holzmarkt, da es den größten Markt mit den höchsten
Zuwachsraten am Bausektor darstellt. China verbaut jährlich
ca. 1,9 Milliarden m2 ohne Holz. Wenn man europäische
Holzbaumethoden einsetzen könnte, dann könnte man
die bestehenden Engpässe bei Baumaterial und Baumethodik
in China sicher in den Griff bekommen, ohne dass die traditionellen
Bauweisen rein optisch beeinträchtigt würden. Diese
subtile Vorgangsweise garantiert eine hohe Akzeptanz bei den
chinesischen Bauherren.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.europeanwood.org

KATEGORIE HOLZMARKETING
UND -AUSBILDUNG
INNOVATIONSPREIS N°2
Interdisciplinary und Interuniversity Postgraduate
Training and Research: “Wood Based Building Design for
Sustainable Urban Development”

von links nach rechts:
Gerald Schweighofer, Dr. Yoshiaki Amino, Prof. Peer Haller,
Prof. Wolfgang Winter, Tero Paajanen
Prof. DDI Wolfgang Winter mit Team:
Für den postgradualen Lehrgang „Urbanwoodmaster“
haben sich Institute von drei europäischen Universitäten
zu einer Gruppe zusammengeschlossen:
Das Institut für Architekturwissenschaften, Tragwerksplanung
und Ingenieurholzbau der TU Wien unter der Leitung von Prof.
DDI. Wolfgang Winter und Dr. Yoshiaki Amino, der Lehrstuhl
für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen der
TU Dresden unter der Leitung von Prof. Peer Haller und das
Dipartimento die Progettazione Architettonica e di Disego
Industriale des Politecnico die Torino unter der Leitung von
Fr. Prof. Clara Bertolini-Cestari.
Das Projekt:
Das Ziel des postgradualen Kurses besteht in der Anwendung
von Holz bei der Entwicklung von nachhaltigen (groß)städtebaulichen
Projekten. Den Studierenden werden die notwendigen und grundlegenden
Fertigkeiten mitgegeben, um die Entwürfe und Konstruktionen
von Großbauten aus Holz in einem urbanen Umfeld sowohl
technisch als auch ökonomisch umsetzen zu können.
Entsprechend der jeweiligen Expertise der teilnehmenden Universitätsinstitute
wird jeweils ein Seminar von einem Institut gestaltet:
• Entwurf und Konstruktion von Holzbausystemen und holzbasierten
Materialien für zukünftige Bauten (TU Dresden)
• Restaurierung von historischen Holzbauten (Politecnico
di Torino)
• Mehrgeschossige Bauten aus Holz oder anderen natürlichen
Materialien für ein urbanes Umfeld (TU Wien)
Die Seminare werden von einigen anderen Universitäten
im In- und Ausland unterstützt. Es besteht die Absicht,
besonders Studierende aus Osteuropa und Asien für diesen
Studiengang zu gewinnen. Sie können eine Brückenfunktion
ausüben, über die Europa das enorme Markt¬potential
dieser Regionen sehr gut erschließen kann.
Der erste Lehrgang wird im Oktober 2006 starten und bis Juni
2008 dauern. Der Kurs wird dann im Zweijahresrhythmus angeboten.
Weitere Informationen und Kontakt:
http://www.iti.tuwien.ac.at

Fotos von Franz Pflügl, www.pfluegl.at
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